Migräne auslösende Nahrungsmittel
Da sich in den Industrieländern die Anzahl der Migräneerkrankungen bis auf das Dreifache erhöht hat, ist anzunehmen, dass bestimmte Umweltfaktoren und ein gewisser Lebensstil eine Bedeutung für den Ausbruch einer Migräne besitzen.
So hört man, dass neben Stress auch gewisse Lebensmittel zu Auslösern für Migräne zählen. Immer wieder werden von Migränepatienten die gleichen Lebensmittelgruppen genannt: Käse, Salami, Schokolade, Zitrusfrüchte sowie Rotwein, Bier und Kaffee. Diesen Eindrücken stehen allerdings Forschungsergebnisse gegenüber, die keine eindeutigen Migräneauslösenden Inhaltsstoffe in den oben genannten Lebensmitteln nachweisen konnten.
So sind Experten überzeugt, dass die Lust auf Käse, Salami, Schokolade, etc. nicht etwa der Auslöser für einen Migräneanfall sind, sondern vielmehr schon ein Symptom für den bevorstehenden Anfall. So fühlen sich viele Patienten vor einem Anfall nervös, unruhig und kribbelig und langen deshalb auch noch mal kräftig zu, bevor der Kopfschmerz beginnt, wodurch dann verständlicherweise von vielen Patienten der Auslöser falsch interpretiert wird. Eine Unverträglichkeit von gewissen Inhaltsstoffen wie biogene Amine, einer bestimmten Eiweißsorte, die in länger gelagerten Lebensmitteln wie Käse und Salami vorkommt, aber auch in frischen Lebensmitteln wie Erdbeeren und Tomaten, wird von den Experten ebenfalls als Ursache ausgeschlossen, da das Fehlen des Enzyms DAO, das für eine Unverträglichkeit dieser Histamine verantwortlich ist, nur bei etwa einem Prozent der Bevölkerung nachgewiesen wurde.
So lohnt also auch nicht das Weglassen dieser Lebensmittelgruppen, um einem Migräneanfall vorzubeugen.
Auf jeden Fall ist es sinnvoll sich das Führen eines Kopfschmerztagebuchs, in dem man die Symptome und möglichen Ursachen festhält, anzugewöhnen. Unter Umständen sollten auch die Essgewohnheiten darin eingetragen werden.
Allerdings sollte man auch eine Veränderung der Essgewohnheiten nur dann vornehmen, wenn diese als Verursacher der Migräneanfälle eindeutig feststehen. Denn sehr selten spielen Ernährungsgewohnheiten eine größere Rolle als Auslöser.
Auch muss dabei bedacht werden, dass zwischen der Einnahme des Lebensmittels und dem Auftreten der Kopfschmerzen mehrere Stunden bis Tage vergehen können. Im Gegenteil ist es viel wichtiger, auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung zu achten und nicht einfach bestimmte Lebensmittelgruppen grundsätzlich auszuschließen.
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